Der Distrikt Moshi Rural in Tansania (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kilimanjaro-Moshi_Rural.svg#/media/File:Kilimanjaro-Moshi_Rural.svg) ist mit der Landeshauptstadt Kiel seit 2013 partnerschaftlich verbunden. 

 

Die erste Initiative dazu kam aus der Ratsversammlung bereits im November 2009. Der Beschluss, die Partnerschaft mit Moshi Rural vertraglich einzugehen, wurde schließlich am 8. November 2012 in der Ratsversammlung gefasst (https://ratsinfo.kiel.de/bi/vo020.asp).

 

Auf www.kiel.de/international gibt es weitere Informationen darüber.

 

Gefördert vom Bundesministerium für Entwicklungszusammenarbeit (BMZ) reist in diesem Jahr erstmals eine größere Gruppe in die Partnerregion, um gemeinsame Projekte zu entwickeln und weitere Verabredungen zu treffen. Es war der ausdrückliche Wunsch der örtlichen Vertreter des Distrikts, dass die Kieler Stadtverwaltung sich selbst ein Bild von den Bedingungen vor Ort macht. 

 

Am 1. April 2017 um 20 Uhr Ortszeit wird die zehnköpfige Delegation unter Leitung des Kieler Stadtpräsidenten Hans-Werner Tovar am Kilimanjaro Airport landen und von dort nach Moshi fahren. 

 

Bis zum 5. April abends dauert das Besuchsprogramm, bei dem Fachleute aus den Bereichen Jugend, Gesundheit, Abfallwirtschaft und Bildung zusammentreffen und sich austauschen werden. Ich werde hier darüber berichten.

 


 

Inzwischen sind wir alle wieder wohlbehalten in Kiel angekommen.
Die Heimat hat uns wieder :)

 
 
Tag 4 in Moshi (5. April 2017)


Unser letzter Tag führt uns zu einer vom Verein Rafiki gegründeten Schule nach Mrimbo im Distrikt Moshi Rural. Schulleiter, Kollegium und rund 50 Schüler der noch im Aufbau befindlichen Secondary School begrüßen uns sehr herzlich und zeigen uns ihr Schulgebäude. In vier Jahren sollen hier 300-400 Schülerinnen und Schüler miteinander lernen. 
 
Vier junge Frauen aus Schleswig-Holstein und Hessen unterstützen zur Zeit die Lehrkräfte im Unterricht. Sie sind über Rafiki mit dem Programm Weltwärts für ein Jahr hier und fühlen sich sehr wohl. Die Jugendlichen, die in dieser Schule unterrichtet werden, bekommen PC-Unterricht und können in Kürze auch in einem Labor Chemie lernen. 
 
Die Küche der Schule ist mit einigen umweltfreundlichen und sehr einfach zu bedienenden Herdstellen ausgestattet. Auch mit Sonnenenergie wird Essen gekocht. Hier zeigt sich, was mit guter und nachhaltiger Unterstützung möglich ist. An diesem Vorbild wird sich auch die weitere kommunale Entwicklungsarbeit der Landeshauptstadt orientieren. 
 
Stadtpräsident Tovar ist überzeugt: "In kleinen, den Verhältnissen und den Bedarfen der Menschen in Moshi Rural lebenden Menschen angepassten Schritten lässt sich etwas zum Besseren bewegen. Wir machen uns jetzt an die gemeinsame Arbeit. Die Delegationsreise mit unseren Experten bietet eine sehr gute Voraussetzung dafür, weil wir unsere Partner und die örtlichen Bedingungen mit eigenen Augen gesehen haben. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit unseren Freunden in Moshi Rural."
 
 
 
 

 
Tag 3 in Moshi (4. April 2017)
 

Unsere Gastgeber haben uns heute in drei Gruppen zum Expertenaustausch vor Ort ein beeindruckendes Programm geboten. Gemeinsam mit dem Kieler Stadtpräsidenten Tovar und seinem Amtskollegen Michael Kilawila, dem Präsidenten vom Council Moshi Rural, war ich an einer Wasserstelle im Gebiet der Massai, in einem Krankenhaus und einer Schule, die zugleich Kindergartenkinder betreut. 
 
Alle Einrichtungen liegen in einem Tal, das sich in gut bewässerte riesige Zuckerrohrplantagen und einen extrem vertrockneten und von großer Armut gekennzeichneten Bereich teilt. Letzterer ist ein Gebiet, in dem die Massai leben und mit ihren Herden umherziehen. Mangelnde Trinkwasserversorgung ist ein großes Problem dort. An der Wasserstelle wird das Vieh getränkt, Wäsche gewaschen und Wasser für die Familien entnommen, das ohne Reinigung zur Nahrungszubereitung dient. Wenn die Regenzeit kommt, breitet sich unter anderem die Cholera aus. Wir trafen junge Massai-Frauen an der Wasserstelle. 
 
Eine 17-jährige berichtete uns, dass sie eigentlich gerne weiter zur Schule gehen möchte, aber die sei leider zu weit weg. Diese junge Frau hat noch keine Kinder. Viele Mädchen werden dort sehr früh Mutter, so mit 14/15 Jahren bereits. Und die Familie lässt sie nicht mehr los.
 
Nächste Station war ein Krankenhaus, in dem unter anderem die an Cholera erkrankten behandelt werden. Sie liegen dann eng an eng in einem kleinen Raum. Ein Neubau ist in Arbeit, es fehlt aber noch Geld für die Fertigstellung. Immerhin gibt es einen Wasserturm mit Pumpe, so dass aus 40 Meter Tiefe gutes Wasser hochgeholt werden kann.
 
Zuletzt besuchten wir eine Schule, die zu wenig Klassenzimmer hat, weil sie auch Kindergartenkinder aufnehmen musste. Eine Klasse wurde draußen unterrichtet und musste dabei viele Staubwolken über sich ergehen lassen. Die Unterrichtsmaterialien waren stark gebraucht und zerfleddert. Die Außenwand des Gebäudes war verziert mit stark verwitterten Landkarten und Schaubildern zu Unterrichtszwecken. Die gut 200 Kinder werden dort ganztags beschult und erhalten ein Mittagessen. Heute gab es Bohneneintopf, der mit den Händen gegessen wurde. 
 
Der heutige Tag hat uns alle demütig und nachdenklich gemacht. Wenn es uns gelingt, dieser Region zu besseren Lebensbedingungen zu verhelfen, dann wäre das ein gutes Ergebnis unserer Partnerschaft. Man muss in kleinen Schritten helfen und unterstützen. Wichtig ist, dass es Hilfe zur Selbsthilfe ist und genau das wünschen sich unsere Freunde aus Moshi von uns.
 
Hans-Werner Tovar kündigte am Abend an, dass wir die Reise in Kiel gemeinsam auswerten und uns dann mit Ideen für Projekte wieder bei unseren Freundinnen und Freunden aus Moshi melden werden.  Zur Kieler Woche wird wieder eine kleine Delegation aus unserem Partnerdistrikt anreisen. Eine gute Gelegenheit, sich über das weitere Vorgehen untereinander abzustimmen. 
 

 
Tag 2 (3. April 2017) in Moshi...
 

... war prall gefüllt mit Vorträgen unserer Gastgeber, auch die Abgeordneten des Councils von Moshi Rural waren den ganzen Tag dabei. Stadtpräsident Tovar hat zudem einenBaumgepflanzt,der analog zur Partnerschaft der Landeshauptstadt mit dem Distrikt Mishi Rural gut wachsen und gedeihen soll. 

 
Wir haben uns mit den Themen Aufforstung, Jugendarbeitslosigkeit (50 % derJugendlichen haben weder eine Ausbildung noch eine geregelte Arbeit), Müllentsorgung und -Verwertung und Frühkindliche Erziehung befasst. 
 
Es gibt erste Ideen für gemeinsame Projekte, auch unsere Unterstützung in der Schulung und Weiterbildung ist gefragt. Wir werden unsere heute erworbenen theoretischen Kenntnisse morgen durch Einblicke in praktische Projekte vor Ort vertiefen. 
 
 

 
Tag 1 (2. April 2017) in Moshi
 

Am Sonntag ist hier Kirchgang angesagt. Man sieht überall fein gekleidete Menschen in die Gotteshäuser strömen. Unsere Gastgeber haben uns zur Einstimmung zu einem Sonntagsausflug eingeladen und uns den Arusha Nationalpark gezeigt. Die Bilder zeigen einige Impressionen der Tier-und Pflanzenwelt. 

 
Wir hatten Glück mit dem Wetter und konnten an einemAussichtspunkt unser Lunch verspeisen. Erst danach gab es einen ergiebigen Guss von oben. Abends ging es in ein Restaurant in Moshi mit Livemusik. Der Sternenhimmel ist phantastisch hier. 
 
Morgen steigen wir in den inhaltlichen Austausch ein. Der heutige Tag hat dafür eine gute Grundlage gelegt, denn wir haben uns ganz entspannt kennen gelernt und einen tollen Sonntag miteinander verbracht. 
 
 
 
Kilimajaro-Bier
Das Bier zum Feierabend hat gut getan. Wir sind sehr freundlich empfangen worden und freuen uns auf einen spannenden Austausch!

 
 
1. April 2017
 

Nach einem langen, ruhigen Flug sind wir mit etwas Verspätung am Kilimanjaro Airport gelandet und dort sehr herzlich willkommen geheißen worden. Mit vier Geländewagen ging es dann nach Moshi ins Hotel Salsalinero.

 

Etwa eine Stunde dauerte die Fahrt. Im Hotel erwartete uns unter anderem der District Chairman  of the District Council Moshi Rural, Mr. Michael S.S. Kilawila. Er begrüßtebesonders herzlich seinen Amtskollegen Stadtpräsident Hans-Werner Tovar. Nach kurzer Pause gab es noch ein leckeres gekühltes Kilimanjaro Bier und ein Late Night Dinner. 
 

Morgen starten wir in das Programm, erstmal ist aber ein wenig Erholung von der langen Anreise angesagt. Und mit Temperaturen um 30 Grad muss man als Norddeutsche auch erstmal klar kommen.

 

 

 

 

 

 

 

 
 
1. April 2017
Pause zwischen den Flügen. In Amsterdam Vokabeln pauken, um in Moshi wenigstens ein paar Brocken Kisuaheli drauf zu haben. Hier im Bild: Stefanie Skuppin, Leiterin des Büros des Stadtpräsidenten, rechts neben ihr Klaus Karpen vom Verein Rafiki.
 
 

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